Energy Sharing Communities (ESC): Warum dein Strom jetzt doppelt zählt
Bisher stand ESC für den Eurovision Song Contest. Seit diesem Sommer hat das Kürzel in Deutschland eine zweite Bedeutung – und die hat nichts mit Musik zu tun, sondern mit deiner Stromrechnung. Seit dem 1. Juni 2026 ist Energy Sharing gesetzlich möglich: Wenn du eine PV-Anlage betreibst, darfst du deinen überschüssigen Solarstrom nicht mehr nur einspeisen, sondern direkt an Nachbarn oder andere Haushalte in deiner Umgebung verkaufen – zu einem Preis, den du selbst festlegst. Für dich als Anlagenbesitzer heißt das: mehr Ertrag aus deinem eigenen Dach. Für alle, die (noch) keine eigene Anlage haben, heißt es: günstigerer Strom aus der Nachbarschaft statt vom Energieversorger. Was seit dem Start wirklich funktioniert, wo es noch hakt und wie du dich am besten vorbereitest, zeigen wir dir hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 1. Juni 2026 regelt § 42c EnWG das sogenannte Energy Sharing: Du darfst deinen Solarstrom direkt an andere verkaufen statt ihn nur einzuspeisen.
- Sharing-Strom kostet in der Praxis meist 12 bis 22 Cent pro kWh – deutlich mehr als die Einspeisevergütung von aktuell 7,78 Cent, aber günstiger als der durchschnittliche Haushaltsstrompreis von rund 37 Cent.
- Der größte Bremsklotz ist der Smart Meter: Ende 2025 waren erst rund 5,5 Prozent aller Haushalte bundesweit damit ausgestattet, ohne den geht beim Energy Sharing aber nichts.
- Geteilt werden darf bisher nur innerhalb desselben Netzgebiets, eine Erweiterung auf benachbarte Gebiete ist ab 2028 geplant. Eine bundesweite Teilnahme ist derzeit nicht vorgesehen.
- Wer schon jetzt mitmischen will, sollte PV-Anlage, Speicher und Smart Meter aufeinander abstimmen, auch wenn der Massenmarkt laut Branchenschätzungen erst ab etwa 2029 kommt.