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Conow Lyra AC und Lyra Pro: Der Balkonkraftwerk-Speicher mit Notstrom und Smart-Home-Anbindung

Balkon, Gläser, Pflanzen, Sessel, sonnig

Der Balkonkraftwerk-Speicher mit eingebautem Notstrom und KI-gestütztem Lademanagement – das ist das Versprechen der neuen Conow-Lyra-Reihe von Tuya. Zwei Modelle stehen zur Wahl: der Conow Lyra AC für alle, die keine PV-Module anschließen können, und der Conow Lyra Pro für alle, die Solarmodule direkt einbinden wollen. Ich habe mir beide Geräte genauer angeschaut – und erkläre dir hier, was technisch wirklich dahintersteckt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Conow Lyra AC: Lädt ausschließlich über Wechselstrom – ideal für Mieter ohne Möglichkeit, PV-Module anzubringen
  • Conow Lyra Pro: Vier DC-Eingänge für bis zu 2.400 Watt Modulleistung plus 1.500 Watt AC-Ladung – bis zu 3.900 Watt Gesamtladeleistung
  • Notstrom-Steckdosen mit unterbrechungsfreier Umschaltung (unter 10 Millisekunden) – USV-tauglich für Router, Server und empfindliche Geräte
  • Dynamische Stromtarife vollständig unterstützt – kompatibel mit über 800 Anbietern
  • 10 Jahre Garantie – bis zu 10 Einheiten parallel betreibbar, ergibt über 25 kWh Gesamtkapazität

Tuya als Hersteller – was steckt dahinter?

Wer Tuya bisher nicht kannte: Das Unternehmen ist keine unbekannte Größe, sondern eine der weltweit größten IoT-Softwareplattformen. Hinter unzähligen Smart-Home-Geräten – Steckdosen, Deckenlampen, Klimaanlagen, Heizstäbe – steckt Tuya als unsichtbares Betriebssystem. Hersteller lizenzieren die Plattform, um ihre Produkte mit Sprachsteuerung, App-Anbindung und Automatisierungen auszustatten.

Dass Tuya nun unter der Produktmarke Conow eigene Batteriespeicher auf den Markt bringt, ist ein logischer Schritt. Das Unternehmen kennt seine Plattform besser als jeder externe Partner – und das zeigt sich vor allem in der App-Qualität und der Tiefe der Integrationen.

Bereits der erste Conow-Speicher, der CBE2000 Pro, hat gezeigt, dass Tuya auf der Hardware-Seite mithalten kann. Die neuen Lyra-Modelle sind die Weiterentwicklung dieser Linie – mit einem klaren Fokus auf zwei Anwendungsfälle.

Conow Lyra AC vs. Lyra Pro – die technischen Unterschiede

Beide Geräte haben dieselbe Grundkapazität von 2.560 Wattstunden (2,56 kWh) und können bis zu 2.400 Watt ins Hausnetz abgeben. Der entscheidende Unterschied liegt auf der Ladeseite.

Merkmal Conow Lyra AC Conow Lyra Pro
Kapazität 2,56 kWh 2,56 kWh
DC-Eingänge (PV) 4 x bis zu 600 W (2.400 W gesamt)
AC-Ladeleistung bis 1.500 W bis 1.500 W
Max. Gesamtladeleistung 1.500 W 3.900 W
Ausgangsleistung 2.400 W 2.400 W
Notstrom-Steckdosen ja (USV, <10 ms) ja (USV, <10 ms)
Dynamische Stromtarife ja ja
Max. Erweiterung (10 Einh.) > 25 kWh > 25 kWh

Der Lyra Pro kann also gleichzeitig über Solarmodule und über das Netz geladen werden. Im besten Fall fließen 3.900 Watt in den Speicher – das ist für ein Gerät dieser Größe eine beachtliche Ladeleistung.

Ladeleistung Vergleich – tepto
Conow Lyra (Tuya) Konkurrenzgeräte
Conow Lyra Pro *
3.900 W
Anker SOLIX E1600 Pro
2.600 W
Conow Lyra AC
1.500 W
FoxESS Avocado 22 Pro
1.200 W
Zendure Solarflow Hyper
1.200 W
Hoymiles HMS-800
800 W

Maximale DC- und AC-Gesamtladeleistung laut Herstellerangaben · Stand Juni 2026
* Lyra Pro: 2.400 W DC (Solarmodule) + 1.500 W AC (Netz) gleichzeitig nutzbar

Die Notstrom-Funktion im Detail

Das ist der Punkt, der mich technisch am meisten überzeugt hat: Beide Geräte haben rückseitig Notstrom-Steckdosen, die als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) funktionieren. Die Umschaltzeit liegt unter 10 Millisekunden.

Was bedeutet das in der Praxis? Geräte, die empfindlich auf Stromunterbrechungen reagieren – ein NAS, ein Router, ein Heimserver oder medizinische Geräte wie Beatmungsgeräte – können dauerhaft an diesen Steckdosen hängen. Bei einem Netzausfall übernimmt der Speicher so schnell, dass das Gerät nicht einmal einen Neustart macht.

Wichtig: Die Notstrom-Steckdosen lassen sich per Knopf deaktivieren. Im Standby verbrauchen sie etwa 10 Watt. Wer den Ausgang gerade nicht braucht, schaltet ihn einfach ab – das macht in der Jahresbilanz einen kleinen, aber spürbaren Unterschied.

Dynamische Stromtarife: Wie das Laden automatisch optimiert wird

Beide Lyra-Modelle unterstützen dynamische Stromtarife mit über 800 Anbietern – darunter bekannte Anbieter wie Tibber. Die Logik dahinter ist einfach: Der Speicher lädt, wenn der Börsenstrompreis niedrig ist, und gibt Strom ab, wenn der Preis steigt.

Gerade für den Lyra AC ist das der zentrale Anwendungsfall. Wer keine PV-Module hat, kauft nachts oder in Schwachlastzeiten günstigen Strom für 5 bis 15 Cent pro kWh und verbraucht ihn tagsüber, wenn der Preis bei 30 bis 40 Cent liegt. Das funktioniert auch ohne ein einziges Solarmodul.

Wie sich das konkret auf die Ersparnis auswirkt und welche Tarife dafür am besten geeignet sind, zeigen wir ausführlich im Ratgeber Dynamische Stromtarife für PV-Anlagen – die beste Kombination 2026.

Glühen, Welle, Daten, digital, elektrisch

Dynamischer Stromtarif für PV-Anlagen: Die beste Kombination für niedrige Stromkosten in 2026

Dein Stromzähler dreht sich – aber deine Rechnung nicht mehr. Wer PV-Anlage und dynamischen Tarif kombiniert, zahlt kaum noch für Strom.

Zusätzlich lassen sich über die Tuya-Plattform andere Smart-Home-Geräte in die Steuerung einbinden: HeizstäbeKlimaanlagen oder smarte Steckdosen können automatisch dann anlaufen, wenn der Speicher voll ist und günstige Energie verfügbar ist.

Tagesgang Börsenstrompreis – tepto
Börsenstrompreis (ct/kWh) Lyra lädt (günstige Phase) Lyra gibt ab (teure Phase)
Börsenstrompreis Tagesgang: Nacht günstig 5–10 ct/kWh, Morgenspitze 30–38 ct/kWh, Mittagstief 8–14 ct/kWh (Solarüberschuss), Abendspitze 32–40 ct/kWh.

Beispielhafter Tagesverlauf eines dynamischen Stromtarifs (z. B. Tibber) · Werte orientieren sich an typischen Day-Ahead-Preisen 2025/26 · Ladesteuerung erfolgt automatisch über die Tuya-App

Wie das in der Praxis aussieht und wie du deinen Lyra-Speicher mit einem dynamischen Tarif verbindest, zeigen wir dir in diesem Video:

Erweiterbarkeit und Skalierung

Bis zu zehn Einheiten lassen sich parallel betreiben. Das ergibt bei zehn Lyra-Geräten eine Gesamtkapazität von über 25 kWh – für ein Balkonkraftwerk-System eine beachtliche Größe.

Zum Vergleich: Ein typisches Einfamilienhaus ohne große Sonderlasten verbraucht etwa 10 kWh am Tag. Mit vier Lyra-Einheiten (ca. 10 kWh) wäre der Tagesbedarf rein rechnerisch abgedeckt – in der Praxis mit entsprechend dimensionierten PV-Modulen beim Pro-Modell.

Das System lässt sich also klein starten und schrittweise ausbauen. Wer heute mit einer Einheit beginnt und später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto anschafft, muss nicht das gesamte System austauschen.

Wer noch am Überlegen ist, wie groß ein Speicher für seinen Haushalt sein sollte, findet eine gute Grundlage im Ratgeber Wie groß sollte der Speicher für ein Balkonkraftwerk sein?.

Für wen ist welches Modell das Richtige?

Diese Frage lässt sich recht klar beantworten:

Conow Lyra AC – die richtige Wahl, wenn:

  • du in einem Mehrfamilienhaus wohnst und keine Möglichkeit hast, PV-Module anzubringen
  • du bereits eine PV-Anlage auf dem Dach hast und zusätzliche Speicherkapazität brauchst (ohne weitere Einspeisepunkte anlegen zu wollen)
  • du rein über dynamische Stromtarife Geld sparen möchtest

Conow Lyra Pro – die richtige Wahl, wenn:

  • du PV-Module hast oder planst und direkt laden willst
  • du das Maximum aus deiner Solaranlage herausholen und so wenig wie möglich ins Netz einspeisen willst
  • du den Speicher später mit einem AC-Gerät kombinieren möchtest

Eine Kombination beider Modelle ist auch möglich: Der Pro lädt tagsüber über die Module, der AC wird für günstige Nachtladung genutzt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn der Pro allein nicht ausreichend Kapazität für den Tagesbedarf hat.

Amortisation: Was ist realistisch?

Ganz konkret, ohne Schönrechnen. Der Lyra AC kostet 599 €, der Lyra Pro 699 €.

Szenario 1 – Lyra AC mit dynamischem Tarif (ohne PV):
Wer täglich 2,5 kWh günstigen Nachtstrom für 10 Cent lädt und tagsüber 35 Cent teureren Netzstrom spart, kommt auf eine Preisdifferenz von rund 25 Cent pro kWh. Bei 2,5 kWh täglich und 300 Ladetagen im Jahr ergibt das etwa 185 € jährliche Ersparnis – Amortisation in gut 3,5 Jahren.

Szenario 2 – Lyra Pro mit PV-Modulen:
Wer zusätzlich Solarstrom direkt speichert und damit den Eigenverbrauch erhöht, erreicht laut Hersteller eine Amortisation von unter 2 Jahren – das ist realistisch, wenn ausreichend Modulleistung vorhanden ist und der Speicher täglich voll be- und entladen wird.

Beide Zahlen gehen von einem Strompreis um 35–38 Cent pro kWh aus. Steigt der Strompreis, verbessert sich die Rechnung. Sinkt er, verlängert sich die Amortisationszeit entsprechend.

Szenario Anschaffungskosten Jaerl. Ersparnis (gesch.) Amortisation
Lyra AC + dyn. Tarif (ohne PV) 649 € ~150–200 € ~3–4 Jahre
Lyra Pro + PV-Module 749 € ~300–400 € ~2–2,5 Jahre
Lyra Pro + AC als Zusatz 749 € + 649 € ~500–600 € ~2–3 Jahre

Richtwerte bei 35–38 Cent/kWh · Individuelles Nutzungsverhalten kann abweichen

Praxis-Einschätzung von Samuel

Was mich bei diesem Gerät am meisten überrascht hat, ist die Kombination aus Softwaretiefe und Hardware-Qualität. Tuya ist als Plattform bekannt – aber, dass das Unternehmen einen Speicher auf den Markt bringt, der sich wirklich in das bestehende Smart-Home-Ökosystem einfügt, ist kein Selbstläufer. In der Praxis sehe ich immer wieder Produkte, bei denen App und Gerät nicht zusammenpassen, die Oberfläche hakelt oder wichtige Einstellungen fehlen. Hier ist das nicht der Fall.

Die unterbrechungsfreie Notstromfunktion ist für mich kein Gimmick, sondern ein echter Mehrwert – besonders für alle, die ein Home-Office betreiben oder NAS-Systeme laufen haben. 10 Millisekunden Umschaltzeit entspricht professionellen USV-Geräten.

Was ich genau im Blick behalten würde: die Abhängigkeit von der Tuya-Cloud für viele Steuerungsfunktionen. Wer auf eine vollständig lokale Steuerung angewiesen ist, sollte das vorab prüfen. Für die meisten Nutzer im Alltag spielt das keine Rolle – aber wer sein System vollständig offline betreiben will, sollte das konkret anfragen.

Die 10 Jahre Garantie ist ein klares Signal des Herstellers, dass er von der Qualität des Produkts überzeugt ist. Das gibt mir als Elektrotechniker mehr Vertrauen als jedes Zertifikat.

Fazit

Der Conow Lyra AC und der Conow Lyra Pro sind zwei durchdachte Batteriespeicher für unterschiedliche Wohnsituationen. Der AC-Speicher öffnet das Thema Energiespeicherung auch für Mieter und alle, die keine PV-Module haben – allein durch die smarte Nutzung dynamischer Stromtarife. Der Pro ist die bessere Wahl für alle, die eine Solaranlage betreiben und ihren Eigenverbrauch maximieren wollen.

Was beide verbindet: die starke Softwarebasis von Tuya, die Notstromfunktion und die Möglichkeit, das System bis auf über 25 kWh auszubauen. Wer auf der Suche nach einem Balkonkraftwerk-Speicher mit Weitblick ist, sollte sich die Lyra-Reihe ernsthaft ansehen.

Häufig gestellte Fragen zum Conow Lyra

Der Lyra AC lädt ausschließlich über Wechselstrom aus dem Netz – er hat keine eigenen Anschlüsse für Solarmodule. Der Lyra Pro hat zusätzlich vier DC-Eingänge für insgesamt bis zu 2.400 Watt Modulleistung. Wer PV-Module hat oder plant, ist mit dem Pro besser bedient. Wer keine Module anbringen kann oder will, kommt mit dem AC aus.
Ja, genau dafür ist er gedacht. Der Lyra AC lädt über eine normale Steckdose aus dem Netz. In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif lädt er in günstigen Stunden und gibt Strom ab, wenn der Preis hoch ist – das funktioniert ohne ein einziges Solarmodul.
Ja. Die Umschaltzeit liegt laut Hersteller unter 10 Millisekunden. Das entspricht dem Standard professioneller unterbrechungsfreier Stromversorgungen (USV). Router, NAS-Systeme und ähnliche Geräte bemerken den Umschaltzeitpunkt in der Regel nicht.
Beide Geräte liefern an den Notstrom-Steckdosen bis zu 2.400 Watt Ausgangsleistung. Das reicht für übliche Haushalt-Geräte, einen Wasserkocher oder empfindliche IT-Geräte.
Bis zu zehn Einheiten lassen sich parallel schalten. Das ergibt eine Gesamtkapazität von über 25 kWh. Für ein normales Einfamilienhaus reichen vier Einheiten, um den durchschnittlichen Tagesbedarf von rund 10 kWh abzudecken.
Ja. Beide Geräte unterstützen vollwertige Nulleinspeisung. Als Messgerät kann ein kompatibler Smart Meter (z. B. Shelly 3 Pro EM) oder der eigene Tuya-Smartmeter verwendet werden. Das ist relevant für alle, die bereits eine Dachanlage haben und keinen zusätzlichen Einspeisepunkt anlegen möchten.
Beide Lyra-Modelle sind mit über 800 Anbietern dynamischer Stromtarife kompatibel – darunter bekannte Anbieter wie Tibber. Die Ladesteuerung erfolgt automatisch auf Basis der aktuellen Börsenstrompreise.

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