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Hoymiles HiOne: Das All-in-One-Speichersystem im Praxis-Check
Das All-in-One-System, das Installateure überzeugt – und Hausbesitzern echte Unabhängigkeit bringt.

Wenn ich auf Baustellen über Speichersysteme rede, fallen immer wieder dieselben Namen. Hoymiles gehört dabei zwar vielen als Hersteller von Balkonkraftwerk-Wechselrichtern ein Begriff, aber im Bereich vollwertiger Heimspeicher für den Eigenheim-Bereich? Da hören die meisten zum ersten Mal hin.

Dabei hat Hoymiles den Schritt konsequent gemacht: Mit dem HiOne ist ein All-in-One-System auf dem deutschen Markt, das Hybridwechselrichter, Batteriespeicher und Energiemanagement in einem einzigen kompakten Turm vereint. Als Elektrotechniker schaue ich mir solche Systeme immer mit einem kritischen Blick an – und ich muss sagen: Der HiOne hat mich an einigen Stellen wirklich überrascht.

In diesem Artikel erkläre ich dir, was das System technisch leistet, warum das Konzept für Hausbesitzer und Fachbetriebe gleichermaßen interessant ist – und wo ich als Praktiker noch genauer hinschauen würde.

Was steckt im Hoymiles HiOne Batteriespeicher?

Der HiOne ist ein sogenanntes All-in-One-BESS – ein Battery Energy Storage System, das alle zentralen Komponenten in einem Gehäuse vereint. Das spart Stellfläche (rund 20 % weniger als Einzelkomponenten) und vereinfacht die Planung erheblich.

Was steckt im Hoymiles HiOne Batteriespeicher?


Wirkungsgrad (max.)

98,5 %

Kapazität pro Modul

8 kWh

bis 64 kWh erweiterbar

Ladezyklen

> 8.000

Garantie

10 Jahre

Wechselrichter
Verfügbare Leistungen8 / 10 / 12 / 16 / 20 kW
MPP-Tracker (8–10 kW)3
MPP-Tracker (12–20 kW)4
DC/AC-Verhältnisbis 200 %
Batterie
ZelltechnologieLiFePO4
Kapazität je Modul8 kWh / 314 Ah
Max. Kapazität64 kWh (8 Module)
Parallelbetrieb2 Systeme
Betrieb & Schutz
Betriebstemperatur−30 °C bis +65 °C
SchutzklasseIP66 — innen & außen
Stellfläche ggü. Einzelkomponentenca. 20 % weniger
Kommunikation
SchnittstellenRS485 · Bluetooth · WLAN · Ethernet

Warum LiFePO4?

Lithium-Eisenphosphat-Zellen gelten als besonders stabil und thermisch sicher. Sie neigen deutlich weniger zu thermischem Durchgehen als andere Lithium-Chemien — die sicherere Wahl für den Einsatz im Wohnumfeld.


Montage: Schnell, sicher und kaum fehleranfällig

In der Praxis sehe ich immer wieder, wie viel Zeit auf Baustellen durch aufwendige Verkabelung verloren geht. Crimpen, Stecker pressen, Plus und Minus nicht verwechseln – das klingt banal, kostet aber Zeit und birgt echte Fehlerquellen. Ich habe selbst Anlagen gesehen, bei denen eine schlecht gequetschte Hülse später zu Wärmeentwicklung und Sicherheitsproblemen geführt hat.

Hoymiles hat das beim HiOne konsequent anders gelöst. Alle internen Verbindungen sind werksseitig vorbereitet. Die Batteriemodule lassen sich kabellos stapeln – kein Crimpen, kein Hülsensetzen. Das bedeutet in der Summe spürbar weniger Montagezeit und deutlich reduzierte Fehlerquellen. Für Fachbetriebe, die mehrere Projekte pro Woche abwickeln, ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.

Das Display und die S-Miles Cloud: Kontrolle auf einem Blick

Der HiOne zeigt auf der Front direkt PV-Produktion, Ladestand der Batterie und aktuellen Hausverbrauch an. Wer täglich kurz vorbeigeht, sieht sofort, ob alles stimmt – ohne App-Öffnung.

Für die tiefergehende Überwachung bietet Hoymiles die S-Miles Cloud: Energieflüsse, Verbrauch, PV-Ertrag und Speicherstatus in Echtzeit per App oder Browser. Das integrierte Energiemanagementsystem arbeitet KI-gestützt mit acht Zeitsegmenten – es optimiert also selbstständig, wann der Speicher geladen und wann Energie ins Netz eingespeist wird.

Aus meiner Sicht als Elektrotechniker ist Transparenz hier ein echter Vorteil gegenüber Systemen, die ausschließlich über proprietäre Apps kommunizieren und kaum offene Schnittstellen bieten.

Backup-Funktion: Unterbrechungsfreie Stromversorgung mit 0 ms

In Kombination mit der optionalen HiBox (Gateway) ermöglicht der HiOne eine vollständig unterbrechungsfreie Stromversorgung – mit einer Umschaltzeit von null Millisekunden. Das bedeutet: Bei einem Netzausfall merkt das Haus davon nichts. Selbst Klimaanlagen oder Waschmaschinen laufen nahtlos weiter.

Wichtig ist dabei ein Hinweis, den ich bei der Planung immer anspreche: Die Backup-Funktion setzt die HiBox voraus – das sollte bei der Kalkulation von Anfang an berücksichtigt werden, damit nachträglich keine Überraschungen entstehen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, warum eine Backup-Funktion gerade für Haushalte mit sensiblen Verbrauchern sinnvoll sein kann, findet in unserem Blog zu ,,Strom speichern oder direkt verbrauchen" die passenden Tipps und Tricks.

MPP-Tracker: Warum die Anzahl wirklich einen Unterschied macht

Ein Detail, das im Datenblatt leicht überlesen wird, in der Praxis aber erheblich ins Gewicht fällt: die Anzahl der MPP-Tracker. Ein MPPT – ein Maximum Power Point Tracker – optimiert die Leistungsausbeute eines PV-Strings unabhängig von anderen Strings.

Beim HiOne sind ab dem 10-kW-Modell drei, ab dem 12-kW-Modell vier MPP-Tracker verbaut. Das bedeutet: Wer ein Haus mit mehreren Dachflächen, unterschiedlichen Ausrichtungen oder teilweise verschatteten Bereichen hat, kann jeden String separat optimieren. In der Praxis kann das den Jahresertrag um mehrere Hundert Kilowattstunden erhöhen – ein Unterschied, der sich über die Anlagenlebensdauer klar bemerkbar macht.

4 MPP-Tracker (HiOne 12–20 kW) 1 MPP-Tracker
Monatlicher Ertrag mit 4 MPP-Trackern (grün) vs. 1 MPP-Tracker (grau gestrichelt) bei Ost-West-Ausrichtung.

Richtwerte auf Basis typischer 10-kWp-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung (je 45°), Standort Mitteleuropa. Keine Garantie auf Exaktheit — zur Veranschaulichung des MPPT-Effekts.

Skalierbarkeit: Vom Einfamilienhaus bis zum Gewerbebetrieb

Was den HiOne besonders flexibel macht, ist seine Skalierbarkeit. Im Grundaufbau kommt das System mit 8 kWh. Jedes weitere Batteriemodul fügt weitere 8 kWh hinzu – bis zu acht Module pro Wechselrichter, also maximal 64 kWh. Wer noch mehr Kapazität benötigt, kann zwei Systeme parallel betreiben.

Zur Orientierung, welches Modell für welche Situation passt:

  • HiOne-8T (8 kW): Kleines Einfamilienhaus
  • HiOne-10T (10 kW): Mittleres Einfamilienhaus
  • HiOne-12T (12 kW): Größeres Einfamilienhaus
  • HiOne-16T (16 kW): Großes Einfamilienhaus
  • HiOne-20T (20 kW): Gewerbe

Für die meisten Privathaushalte sind 8 bis 16 kWh Speicher ein realistischer Ausgangspunkt – je nachdem, wie viel Eigenverbrauch optimiert werden soll und ob eine Backup-Funktion gewünscht ist. Wie groß dein Speicher sein sollte, findest du in unserem Blog zu diesem Thema heraus.

V2X und DC-Laden: Bidirektionales Laden kommt

Optional lässt sich der HiOne mit einem V2X-Modul ergänzen – also einer bidirektionalen Ladelösung für Elektrofahrzeuge. Das bedeutet: Solarstrom direkt ins Auto laden, oder bei Bedarf Energie aus dem Fahrzeug zurück ins Haus speisen.

Das ist noch kein Standard in der Breite, da nicht alle Fahrzeughersteller bidirektionales Laden freigeben. Aber der technologische Unterbau ist beim HiOne bereits angelegt – was die Zukunftssicherheit des Systems erhöht.

Samuels Praxis-Einschätzung

Ich installiere seit Jahren verschiedene Speichersysteme und habe dabei gelernt: Die entscheidenden Qualitätsunterschiede stehen selten im Datenblatt. Wie schnell lässt sich ein System montieren? Wie fehleranfällig ist die Verkabelung? Wie gut ist der Hersteller im Servicefall erreichbar?

Beim Hoymiles HiOne fällt mir positiv auf, dass das werksseitige Vorbereitungskonzept konsequent durchgezogen wurde. Kabellos stapelbare Module, vorbereitete interne Verbindungen – das ist kein Marketing, das spart auf der Baustelle tatsächlich Zeit. Der integrierte Gleichspannungswandler je Modul bedeutet zudem, dass alte und neue Batteriemodule später kombinierbar sind, ohne Effizienzverluste zu riskieren. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Systemen, bei denen die Erweiterung zwingend baugleiche Module voraussetzt.

Die Schutzklasse IP66 macht das System sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich tauglich. Gerade wenn der Keller feucht oder die Garage nicht ideal temperiert ist, ein wichtiger Punkt. Die 10 Jahre Garantie sind marktüblich solide.

Was ich bei jedem neuen Hersteller immer genau beobachte: den After-Sales-Service in Deutschland. Hoymiles ist im Balkonkraftwerk-Segment bereits etabliert und hat hierzulande Strukturen aufgebaut – das ist ein gutes Zeichen. Wie das im Heimspeicher-Segment läuft, wird die Praxis zeigen.

Unterm Strich: Wer ein technisch durchdachtes System sucht, das sowohl im kleinen Einfamilienhaus als auch im größeren Gewerbeumfeld funktioniert und dabei auf bewährte Zelltechnologie setzt, hat mit dem HiOne eine ernsthafte Option.

Fazit

Der Hoymiles HiOne ist ein All-in-One-System, das seinen Ansatz konsequent durchhält: einfache Montage, skalierbare Kapazität, solide Technik und ein offenes Ökosystem für Smart-Loads wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge. Die LiFePO4-Technologie, der hohe Wirkungsgrad von bis zu 98,5 % und die vier MPP-Tracker des größeren Modells setzen klare technische Akzente.

Ob das System für dein Eigenheim das richtige ist, hängt von deinem Energiebedarf, der Dachstruktur und deinen Plänen für die Zukunft ab. Aber die Grundlage stimmt – und das ist der wichtigste Ausgangspunkt.

Häufig gestellte Fragen

Der Hoymiles HiOne ist ein All-in-One-Energiespeichersystem, das Hybridwechselrichter, Lithium-Eisenphosphat-Batterie und Energiemanagementsystem in einem Gehäuse vereint. Es eignet sich für Privathaushalte mit PV-Anlage, die ihren Eigenverbrauch optimieren, eine Backup-Funktion nutzen oder sich langfristig unabhängiger vom Stromnetz machen wollen. Durch die Skalierbarkeit von 8 bis 64 kWh deckt das System auch kleinere Gewerbebetriebe ab
Das Grundsystem startet mit einem Batteriemodul und 8 kWh nutzbarer Kapazität (genauer: 7,24 kWh nutzbar). Pro Wechselrichter können bis zu 4 Module gestapelt werden, was 32 kWh ergibt. Zwei Systeme lassen sich parallel betreiben – womit theoretisch noch größere Kapazitäten bis 64 kWh möglich sind. Die Module sind kabellos stapelbar, was die Erweiterung deutlich vereinfacht.
Ja – in Kombination mit der optionalen HiBox (Gateway) bietet der HiOne eine unterbrechungsfreie Stromversorgung mit einer Umschaltzeit von null Millisekunden. Selbst empfindliche Geräte wie Heimserver, medizinische Geräte oder Klimaanlagen merken davon nichts. Wichtig: Die Backup-Funktion setzt die HiBox voraus – das sollte bei der Planung von Anfang an eingeplant werden.
Ein MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) optimiert die Leistungsausbeute eines PV-Strings unabhängig von anderen. Wer mehrere Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung oder Neigung hat, profitiert davon, dass jede Fläche separat geregelt wird. Beim HiOne sind ab dem 12-kW-Modell vier MPP-Tracker vorhanden – das maximiert den Ertrag besonders bei komplexen Dachgeometrien oder teilweiser Verschattung spürbar.
Ja. Das System verfügt über offene Schnittstellen und kann mit Smart-Loads wie Wärmepumpen, Generatoren oder Wallboxen kombiniert werden. Über die S-Miles Cloud lässt sich das Energiemanagement entsprechend konfigurieren. Die konkrete Kompatibilität mit bestimmten Herstellern sollte vorab mit dem Fachbetrieb geklärt werden.
Ja. Das System besitzt die Schutzklasse IP66 – das bedeutet vollständiger Schutz gegen Staub und starken Wasserstrahl. Sowohl der Wechselrichter als auch die Batteriemodule sind damit für den Außeneinsatz zugelassen. Der Betriebstemperaturbereich des Wechselrichters reicht von −30 °C bis +65 °C, was auch für anspruchsvollere Standorte geeignet ist.
Die Installation und Inbetriebnahme muss durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen. Das ist bei Heimspeichersystemen dieser Leistungsklasse grundsätzlich gesetzlich vorgeschrieben und schützt sowohl den Kunden als auch den Installateur vor Fehlkonfigurationen. Tepto vermittelt auf Anfrage zertifizierte Fachbetriebe.
Hoymiles gibt 10 Jahre Garantie auf den HiOne. Die Batteriemodule sind auf über 8.000 Ladezyklen bei einer Entladetiefe von 80 % ausgelegt. Bei einem typischen Haushalt, der den Speicher täglich lädt und entlädt, entspricht das einer rechnerischen Lebensdauer von mehr als 20 Jahren.

Noch nicht genug vom HiOne? Dann schau mal in unserem neusten Video zum HiOne Batteriepspeicher vorbei:

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