PV-Anlage zu klein geplant? Warum „lieber zu groß als zu klein“ heute die bessere Entscheidung ist.
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
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PV-Anlage zu klein geplant? Warum „lieber zu groß als zu klein“ heute die bessere Entscheidung ist.
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„Haben ist besser als brauchen“ – diesen Satz sage ich aktuell öfter denn je, wenn es um Photovoltaik geht. Eine der häufigsten Fragen, die mir im Gespräch mit Kunden begegnet, lautet: Wie groß sollte meine PV-Anlage eigentlich sein? Die Antwort darauf ist heute eine andere als noch vor ein paar Jahren – und sie wird sich auch künftig weiter verändern. Denn Photovoltaik ist immer ein Spiegel der Marktsituation, der Strompreise und der Netzinfrastruktur.
Warum sich die Planung von PV-Anlagen verändert hat
Noch vor zwei Jahren habe ich oft dazu geraten, PV-Anlagen eher knapp zu dimensionieren. Der Grund war simpel: Module und Wechselrichter waren teuer, Lieferzeiten lang und Budgets begrenzt. Heute ist das Bild ein völlig anderes. PV-Module sind deutlich günstiger geworden, auch Wechselrichter kosten längst nicht mehr das, was sie früher gekostet haben. Teuer geblieben sind dagegen Montage, Gerüst, Planung und Arbeitszeit. Genau dieser Punkt ist heute der entscheidende Hebel bei der Auslegung einer Photovoltaik-Anlage.
Warum du dein Dach heute möglichst voll belegen solltest
Wenn eine PV-Anlage installiert wird, steht das Gerüst ohnehin. Die Monteure sind vor Ort, der organisatorische Aufwand ist erledigt. Ob dann 60 Prozent oder 100 Prozent der Dachfläche mit Modulen belegt werden, macht preislich oft nur einen kleinen Unterschied. Wird später nachgerüstet, fallen diese Kosten erneut an. Aus meiner Sicht ist das einer der größten Fehler, die man machen kann.
Dazu kommt ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Vor der Installation musst du beim Netzbetreiber eine Leistungsanfrage stellen. Der Netzbetreiber prüft, ob das Stromnetz in deiner Straße oder Siedlung die gewünschte PV-Leistung überhaupt noch aufnehmen kann. Heute sind 15 oder 20 kWp vielerorts kein Problem mehr – aber das kann sich ändern.
Ich erlebe immer häufiger, dass Netzbetreiber sagen: „Mehr geht nicht, der Trafo ist am Limit.“ Wer dann später wegen E-Auto, Wärmepumpe oder größerem Strombedarf nachrüsten möchte, hat unter Umständen keine Chance mehr.
Mein Fazit aus der Praxis:
Das Dach ist eine einmalige Chance. Wer sie heute nicht nutzt, verschenkt dauerhaft Ertrag, Flexibilität und Zukunftssicherheit – egal ob klassische PV-Anlage oder in Kombination mit Balkonkraftwerken.
Speichergröße realistisch planen statt überdimensionieren
Beim Stromspeicher rate ich dagegen zu mehr Augenmaß. Der Speicher ist der teuerste Bestandteil der PV-Anlage, gleichzeitig aber der einfachste, den man später erweitern kann. Moderne Speichersysteme sind modular aufgebaut und lassen sich problemlos nachrüsten – ganz ohne Gerüst und ohne große Montagekosten.
Deshalb empfehle ich häufig:
Lieber mehr Photovoltaik-Leistung aufs Dach und den Speicher zunächst etwas kleiner halten. Schon mit einem moderaten Speicher lässt sich viel erreichen. Strom wird tagsüber direkt verbraucht, Verbraucher können zeitlich gesteuert werden und überschüssiger Strom wird eingespeist. Wenn der Bedarf steigt, kann der Speicher später ergänzt werden.
Warum die Personenanzahl kaum Aussagekraft hat
Eine weitere Frage, die mir ständig gestellt wird: Wie viele Personen leben im Haushalt?
Meine klare Antwort: Das ist für die Dimensionierung nahezu irrelevant.
Entscheidend ist der tatsächliche Stromverbrauch in Kilowattstunden. Ein Zwei-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe und Elektroauto verbraucht oft deutlich mehr Strom als eine vierköpfige Familie mit Gasheizung und Verbrenner. Wer seine PV-Anlage richtig planen will, muss daher zuerst den eigenen Jahresverbrauch kennen – alles andere sind nur grobe Schätzungen.
Wann ein Stromspeicher wirklich sinnvoll ist
Ein Stromspeicher macht grundsätzlich Sinn, weil er Solarstrom auch abends und nachts nutzbar macht. Er erhöht den Eigenverbrauch und reduziert den Netzbezug. Für ein typisches Einfamilienhaus halte ich aktuell eine Speichergröße um die 10 kWh für einen sehr guten Einstieg.
Größere Speicher werden vor allem dann spannend, wenn neue Modelle zur Stromvermarktung oder Energy-Sharing stärker verbreitet sind. In Zukunft wird es deutlich mehr Möglichkeiten geben, Strom flexibel zu verkaufen oder innerhalb von Gemeinschaften zu teilen. Aktuell steht aber nicht der maximale Speicher im Fokus, sondern eine ausgewogene, gut geplante Gesamtanlage.
Hier geht es zu unserem Blogbeitrag rund um das Thema Energy Sharing: Schau hier mal vorbei.
Fazit: Die goldene Mitte bei Photovoltaik
Aus meiner Sicht hat sich die Priorität bei Photovoltaik klar verschoben. Heute lohnt es sich mehr denn je, die verfügbare Dachfläche maximal zu nutzen und die PV-Anlage großzügig zu dimensionieren. Beim Speicher ist eine realistische Größe sinnvoll – mit der Option, später nachzurüsten. Entscheidend ist immer der tatsächliche Stromverbrauch und nicht die Anzahl der Personen im Haushalt.
Oder kurz gesagt:
Bei Photovoltaik gilt aktuell mehr denn je – lieber haben als später brauchen.
FAQ – Häufige Fragen zur Größe von PV-Anlagen
Wie groß sollte meine PV-Anlage mindestens sein?
Das hängt von deinem Jahresstromverbrauch und der verfügbaren Dachfläche ab. In der Praxis lohnt es sich meist, das Dach möglichst voll zu belegen, da die Mehrkosten gering sind.
Ist eine große PV-Anlage auch ohne Speicher sinnvoll?
Ja. Auch ohne Speicher kannst du viel Strom direkt verbrauchen und einspeisen. Ein Speicher kann später problemlos nachgerüstet werden.
Wie wichtig ist ein Balkonkraftwerk im Vergleich zur klassischen PV-Anlage?
Balkonkraftwerke sind ein guter Einstieg und ideal für Mieter oder kleine Verbraucher. Für Hausbesitzer ist eine vollwertige PV-Anlage langfristig deutlich wirtschaftlicher. Alternativ kann man auch zusätzlich noch in BKW installieren um damit noch mehr zu sparen. Unser Avocado 22 Pro eignet sich hervorragend dazu.
Kann ich meine PV-Anlage später noch erweitern?
Technisch oft ja, aber nicht immer netzseitig. Netzbetreiber können Erweiterungen begrenzen, wenn das Stromnetz ausgelastet ist.
Welche Rolle spielen E-Auto und Wärmepumpe bei der Planung?
Eine sehr große. Beide erhöhen den Stromverbrauch massiv und sollten unbedingt bei der Auslegung der Photovoltaik-Anlage berücksichtigt werden.
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